WOLFGANG HEEDT
 

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20.03.2025

Bonner Klimaplan: Geld verbrannt, nichts erreicht.

Stellen Sie sich vor, ihr Haus brennt und bevor sie mit den Löscharbeiten beginnen, setzen sie sich erst einmal mit Nachbarn und der Feuerwehr in einen Stuhlkreis und überlegen sich einen bunten Strauß an Möglichkeiten, das Feuer zu löschen.

Ähnlich geht es beim Klimaplan zu. Das Feuer sind hier die Treibhausgase, die auf Bonner Stadtgebiet ausgestoßen werden. Nun hat die grün-rot-violette Ratskoalition seit 2020 die Möglichkeit, mit gutem Beispiel voranzugehen und die über 1.000 kommunalen Gebäude beschleunigt energetisch zu sanieren. Stattdessen aber verplempert sie in den Jahren 2023 und 2024 rund 50 Millionen Euro, um die Bürgerschaft in allerlei Beteiligungsformaten zu missionieren, rote Farbe für rechtswidrige Straßenmarkierungen zu kaufen oder kommunale Führungskräfte in ein Luxushotel einzuladen.

Erster Nachteil: Das Geld wurde verkonsumiert, denn durch einen Stuhlkreis ist noch keine Maßnahme zur CO2-Einsparung umgesetzt. Das Geld für die hiermit finanzierten Berater und Moderatoren ist also auf immer verloren.

Der zweite und entscheidende Nachteil: Die Investitionen in die energetische Sanierung der über 1.000 kommunalen Gebäude fallen hinter runter. Sie werden nicht mit dem nötigen Druck und der erforderlichen Dringlichkeit vorangetrieben. Augenscheinlich wird dies an der notdürftig mit Haushalts-Heizlüftern beheizten Stadthalle Bad Godesberg.

Im August 2024 verkündet die OB von den Grünen vollmundig eine Photovoltaikoffensive. Was sie nicht sagt: Von den über 1.000 städtischen Gebäuden werden erst einmal nur 300 auf statische Tragfähigkeit geprüft. Das dauert dann bis ins aktuelle Jahr. Die Photovoltaik- schrumpft so zur reinen Ankündigungsoffensive.

Und wieso kommt die OB erst 2024 auf die Idee einer Photovoltaikoffensive? Gab es in Bonn nicht einmal einen großen Photovoltaikhersteller namens Solarworld? Wurde dieses Unternehmen nicht bereits 1998 gegründet? Und hat dieses Unternehmen nicht in seinem besten Jahr über 800 Millionen Euro Umsatz gemacht? Will sagen: Die Technologie war 2020 bei Antritt der grün-rot-violetten Ratskoalition bereits mehr als etabliert. Die OB hätte also 2020 bereits am ersten Tag nach ihrer Wahl eine Photovoltaikoffensive verkünden und umsetzen können.

Die Vorgehensweise der OB sowie der Ratskoalition in Sachen Klimaschutz ist weder effektiv noch effizient. Die Aufteilung begrenzter finanzieller Mittel muss sich an der Wirksamkeit der damit finanzierten Maßnahmen orientieren. Die Chancen zu technischem Klimaschutz in Form von Photovoltaik und energetischen Gebäudesanierungen wurde von OB und Ratskoalition sträflich vernachlässigt. Da hilft es auch nicht, wenn sich die Koalition im Jahresbericht 2 zum Klimaplan Fleiß bei der Abarbeitung eines falschen und ineffektiven Maßnahmenbündels zusichert.



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